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Buchvorstellungen

DIE BESSERE HÄLFTE

Unsere Buchvorstellung in der 14. Kalenderwoche 2022

Hirschhausen, Eckart von; Esch, Tobias:
Die bessere Hälfte. Worauf wir uns mitten im Leben freuen können; 3. Aufl.
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2018; 282 S.; zahlreiche Fotos und Illustrationen
(ISBN: 978-3-498-03043-8)

Nach langen Jahren des „Jugendwahns“, der nur die jungen, makellos schönen und attraktiven Menschen in den Vordergrund stellte, müssen wir uns auf eine alternde Gesellschaft einstellen. Aber es ist inzwischen auch erwiesen, dass die Zufriedenheit der meisten Menschen in der zweiten Lebenshälfte stetig zunimmt! In diesem Buch unterhalten sich zwei befreundete Mediziner und Glücksexperten über Erfahrung, Weisheit und Reife, ihre Vorbilder und die wissenschaftliche Forschung zum Thema Älterwerden. Ihr Dialog erstreckt sich über 10 Kapitel und ist durchaus vergnüglich zu lesen trotz tiefsinniger Thematik. „Die zweite Lebenshälfte ist besser als ihr Ruf!“

(Renate Breuninger)

PETER PRANGE DER TRAUMPALAST

Unsere Buchvorstellung in der 12. Kalenderwoche 2022

Prange, Peter:
Der Traumpalast. Im Bann der Bilder; Roman in 2 Büchern
Frankfurt a.M.: Fischer / Scherz 2021; 811 S.
(ISBN: 978-3-651-02578-3)

1917, mitten im ersten Weltkrieg, beschloss das deutsche Kriegsministerium „Die moralische Mobilmachung Deutschlands im großen Völkerringen mittels bewegter Bilder.“ Gemeint war nichts anderes, als das neu entdeckte Medium Film für Propagandazwecke zu nutzen und es als Durchhalteparole für die Soldaten an der Front und die Zivilbevölkerung im Heimatland zu verwenden. Vor diesem historischen Hintergrund entwickelt sich die Liebesgeschichte von Rahel Rosenberg, Tochter eines Schneiders - und Konstatin Reichenbach, Bankierssohn aus reichem Hause und Lebemann. Nachdem am 18. Dezember 1917 die Universum Film AG, kurz genannt Ufa, gegründet war, wurde Tino Reichenbach ihr Finanzdirektor. Die Rolle des Militärs in der Propagandafabrik wurde verschwiegen, die Ufa vereinte alle nötigen Geschäftszweige um einen Film unters Volk zu bringen. Von der Produktion über den Verleih bis zum Kinobetrieb. Während sich die Beziehung zwischen Rahel und Tino vertieft und die Macht der (Film-) Bilder die Menschen in ihren Bann zieht, geht der Krieg zu Ende und hinterlässt ein ruiniertes Land, das mit Inflation, hohen Reparationszahlungen, Arbeitslosigkeit und chaotischen Parteienstreitereien zu ringen hat. Prange hat das Lebensgefühl der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts eingefangen, das Streben nach Freiheit vom Kaisertum und alten Moralvorstellungen, von spektakulären Großfilmen und prächtigen Kinopalästen. Und vom Ruin, der schließlich dem Nationalsozialismus an die Macht verhalf.

(Renate Breuninger)

PETER WOHLLEBEN DER LANGE ATEM DER BÄUME

Unsere Buchvorstellung in der 9. Kalenderwoche 2022

Wohlleben, Peter:
Der lange Atem der Bäume. Wie Bäume lernen, mit dem Klimawandel umzugehen - und warum der Wald uns retten wird, wenn wir es zulassen. Orig.-Ausg.
München: Ludwig Verlag 2021; 254 S.
(ISBN: 978-3-453-28094-6)

Als ich das Buch gelesen habe wurde mir mal wieder sehr deutlich klar, wie sehr wir modernen Zivilisationen den Bezug zur Natur verloren haben. Wie wenig wir vom Zusammenspiel der Pflanzen und Tiere wissen. Wie gut, dass es Menschen wie den Autor Wohlleben gibt, die uns auf die Sprünge helfen können. Die uns erklären, dass der Wald, den wir meistens kennen, nur eine Baumplantage ist, die zum wirtschaftlichen Gewinnstreben der Holzlobby dient. Und dass der „richtige“ Wald eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit besitzt, wenn man ihn in Ruhe lässt! Denn während die Plantagen durch die Sommerhitze sterben, werden die alten Laubwälder, die das Klima verbessern und kühlen durch den Raubbau mit der Motorsäge vernichtet. Das Buch sollte nicht nur für Klimaschützer eine Pflichtlektüre sein.

(Renate Breuninger)

DONNA LEON FLÜCHTIGES BEGEHREN

Unsere Buchvorstellung in der 8. Kalenderwoche 2022

Leon, Donna:
Flüchtiges Begehren. Commissario Brunettis 30. Fall. Roman; aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz
Zürich: Diogenes 2021; 314 S.
(ISBN: 978-3-257-07120-7)

Auf dem Steg vor dem Hospital wurden zwei junge verletzte und ohnmächtige Amerikanerinnen gefunden, die von zwei jungen Männern in einem Boot dort abgelegt wurden. Bei einer Bootstour rammte ihr Boot einen Pfahl, der sich aus dem Untergrund gelöst hatte. Doch warum sind die Männer einfach verschwunden, warum haben sie nicht den Notdienst alarmiert? Die „Täter“ sind schnell gefunden und ihre Aussagen sind glaubwürdig, doch Commissario Brunetti wittert mehr hinter der an sich trivialen Geschichte und beginnt zu ermitteln. Dabei kommt er einem üblen Menschenhandel auf die Schliche und ruht nicht eher, bevor die Schuldigen gefasst sind. - Wie immer erweist sich Donna Leon als gut informierte Einwohnerin Venedigs, die genau weiß, wie die Einwohner und ihre Behörden arbeiten und ticken. Die kleinen italienischen Schlampereien des Dolce Vita sind genau so charmant wie das Flair der alten Palazzi, der Brücken und Plätze. Die Autorin beschreibt auch die Schattenseiten des alltäglichen Lebens in einer der schönsten Städte.

(Renate Breuninger)